Ordner verschluesseln

world protected files illustration designUnter Ordner verschlüsseln versteht man das Versetzen von ganzen Ordner-Inhalten in den Zustand der Unlesbarkeit nach den Prinzipien, wie ich sie beschrieben habe im Blog  „Daten verschlüsseln“. Zum Ordner verschlüsseln liefert allein Microsoft umfangreiche Hinweise, die in der Windows-Hilfe stehen. Darüber gibt es eine ganze Reihe von Spezialprogrammen, mit denen Nutzer ihre Ordner verschlüsseln können.

 

Warum Ordner verschluesseln?

In der Tat fragt es sich, warum Nutzer nicht gleich den ganzen Computerzugang, sondern nur Dateien oder Ordner verschlüsseln sollen. Es gibt hierfür zwei gewichtige Gründe:

  • An vielen Arbeitsplätzen läuft der Rechner den ganzen Tag, niemand will ihn ausschalten, nur weil er auf die Toilette muss, oder Kaffeepause macht. Dennoch müssen bestimmte Daten jederzeit und zu 100 % geschützt bleiben. Der Nutzer kann diese in einem bestimmten Ordner ablegen und diesen Ordner verschlüsseln.
  • In Computernetzwerken kommunizieren die Rechner permanent miteinander. Das ist in jedem Büro gang und gäbe, auch bei Networkern im Home-Office herrscht oft eine permanente Verbindung zu Kollegen über das Internet oder Intranet. Da die Kollegen recht genaue Kenntnis über den Fundort sensibler Daten haben könnten, sollte jedermann seine Ordner verschlüsseln.
  • Auch wer seine Daten in der Cloud sichert, kann gern zusätzlich seine Ordner verschlüsseln – man weiß ja nie, wer mitliest.
  • Oder wenn Sie das runde Geburtstagsfest eines Familienangehörigen vorbereiten, möchten Sie sicher auch nicht, dass da jeder reinschaut, denn es soll ja eine Ueberraschung werden.

Wenn ein Computer- oder Laptopnutzer den Zugang zu seinem Rechner nicht mit einem General-Passwort versieht, muss er in jedem Fall seine Ordner verschlüsseln. Der Verzicht auf den generellen Schutz ist legitim, vielen Menschen ist die ständige Passworteingabe lästig. Sollte jedoch der Laptop gestohlen werden, sehen sich Besitzer mit unverschlüsselten Ordnern einem echten Horror gegenüber. Viele bewahren so viele Daten auf Ihren Rechnern auf, dass sie angreifbar werden.

 

Welche Ordner sollte man verschlüsseln?

Es ist Geschmackssache, welche Ordner die Nutzer verschlüsseln, aber die Datei, in welcher alle Passwörter abgelegt wurden, gehört auf jeden Fall dazu. Um Passwörter zu speichern und gleichzeitig zu schützen gibt es eine sehr praktische Software. Sind die Passwörter einmal eingegeben, müssen Sie nie mehr unständlich nach ihnen suchen und sie eintippen. Sobald Sie das Login einer entsprechenden Seite aufrufen, wird Ihnen sofort der Benutzernamen und das Passwort eingefügt, sodass Sie nur noch die Enter-Taste drücken müssen. Die ganze Passwortliste ist mit einem Generalpasswort geschützt. >>>Hier klicken. Auch Bank- und Versicherungsdaten, die Steuererklärung und wichtige Briefe, möglicherweise auch die Fotos der Kinder und Enkel gehen niemanden etwas an. All das birgt Erpressungspotenzial und Schlimmeres.

Das Gros der Verschlüsselungsmotivation ist jedoch überaus harmlos: Der Chef möchte nicht, dass seine MitarbeiterInnen über das Intranet auf ihre Beurteilungen zugreifen, die er gerade in einem Ordner abgelegt hat. Auch die Verkaufszahlen seines Kollegen soll ein ehrgeiziger Außendienstmitarbeiter nicht erfahren. Im größeren Stil geht es um den Schutz der Unternehmensdaten vor der Konkurrenz – und auch vor Geheimdiensten, weshalb im Herbst 2014 unabhängige Programme empfohlen werden, um Ordner zu verschlüsseln. Microsoft arbeitet auf jeden Fall mit der NSA zusammen, wer also in einem Großunternehmen arbeitet, muss sich nach anderen Anbietern umschauen. Das BSI (Bundesamt für Sicherheit für Informationstechnik) in Deutschland empfiehlt TrustedDisk, eine Software auf TrueCrypt-Basis, mit der sich relativ sicher Ordner verschluesseln lassen.



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